Zuhör-Bank

Nicht nur politisch, sondern auch sozial: „Omas gegen Rechts“ richten Zuhör-Bank in Chemnitz ein

IMG_1243

Sybille und Renee (re.) sitzen schon mal Probe für ihr neues Angebot der „Zuhör-Bank“. Foto: Steffi Hofmann

Um zunehmender Vereinsamung entgegenzuwirken, plant die Initiative ein besonderes Gesprächsangebot.
Wann es losgeht und für wen es gedacht ist.


Als die Initiative „Omas gegen Rechts“ im Kulturhauptstadtjahr ein paar Veranstaltungen auf die Beine stellte und unter anderem zu Kaffee und Kuchen auf dem Neumarkt einlud, sei den Mitgliedern etwas aufgefallen. „Eine Frau kam auf mich zu und wollte einfach nur reden. Wir setzten uns auf eine Bank und sie sagte, dass sie seit einer Woche mit niemandem gesprochen hätte“, erzählt Renee. Sie ist eigentlich Cottbusserin, lebt aber seit einem Jahr in Chemnitz und engagiert sich seitdem bei den „Omas gegen Rechts“. Und weil die nicht nur politisch sein wollen, sondern auch sozial, kam den Mitgliedern eine Idee.

Einmal in der Woche wird zugehört

Um der wachsenden Vereinsamung etwas entgegenzusetzen, wollen sie ab Ende Mai ein besonderes Gesprächsangebot unterbreiten. Das gibt es bereits in anderen Städten und Gemeinden und nennt sich dort Tratsch-Bank, Schwatz-Bank oder Quassel-Bank. „Bei uns ist es die Zuhör-Bank“, kündigt Renee an. Einmal in der Woche, mittwochs von 14 bis 16 Uhr, wollen sich zwei Mitglieder der Initiative Zeit nehmen und für Bürger aller Altersklassen und Herkünfte ein offenes Ohr bieten. „Wir sind keine Therapeuten, aber wir wollen zuhören und Zeit schenken“, so Martina, die ebenfalls zu den „Omas gegen Rechts“ gehört.

5Omas

Zur Chemnitzer Initiative gehören unter anderem Renee, Martina, Jürgen, Martina und Sybille (v.li.). Foto: Steffi Hofmann

Zuhör-Bank soll bekannt werden

Bei problematischen Fällen wollen die „Omas gegen Rechts“ auch auf weitere Hilfsangebote verweisen. „Wir denken da an die Bürgerbüros hier in der Stadt, die Kirche oder die Seelsorge“, so Renee.
Quelle: Freie Presse

Previous Post